letzte Einsätze

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C+S-Zug Entstehung | Drucken |


 

Bereits in den Jahren 1968 bis 1971 besuchten einige Kameraden der Hauptwache den Strahlenschutzlehrgang an der Niedersächsischen Landesfeuerwehrschule in Celle. Messgeräte wurden beschafft, jedoch gab es keine regelmäßige Ausbildung am Gerät durch eine aufgestellte Strahlenschutzgruppe.

 

1978 wurden 200 m Ölsperre von der Preussag, die in der Region Celle eine bedeutende,  Ölfördernde Gesellschaft war, übernommen.

 

Infolge von mehreren Gefahrgutunfällen, unter anderem das Eisenbahnunglück im Celler Bahnhof am 28. April 1980, an dem zwei Kesselwagen mit Trichlorethan beteiligt waren, wurden Überlegungen angestellt, eine Gefahrguteinheit aufzustellen. Um der Mannschaft das nötige Gerät verfügbar zu machen, wurde unter Federführung von Gerd Knoop (StBM FFw Celle, später KBM LK Celle), Walter Timme (Schirrmeister FFw Celle, ZF I. Zug Hauptwache) und Klaus Heisig (III. Zug, BOAR im Niedersächsischen Innenministerium) ein Gerätewagen Atemschutz mit Zusatzbeladung für Strahlenschutz- und Gefahrgutunfälle konzipiert.

 

Bis dahin gab es in Niedersachsen nur Stahlenschutzausrüstung und Gerät zur Ölschadensbekämpfung, an der Nds. LFS in Celle war ein Strahlenschutzfahrzeug (DB LA 710, Bj. 1968) beschafft worden. Geräte, um Gefahrstoffe aufzunehmen, oder Schutzausrüstungen gegen chemische Stoffe waren in Niedersachsen noch nicht vorhanden. In anderen Bundesländern gab es schon Ausrüstungskonzepte für die Gefahrstoffabwehr. U.a. bei der BF Koblenz und bei der Firma Schmitz holte man sich Anregungen und stellte im Oktober 1983 einen ersten Entwurf für einen Gerätewagen vor. Die umfangreiche Ausrüstung, die ein von anderen Fahrzeugen autarkes Handeln ermöglichen sollte, wurde auf ein 9 Tonnen Fahrgestell mit Truppbesatzung verlastet. Im Dezember 1984 wurde schließlich das zur damaligen Zeit einmalige Sonderfahrzeug für 320.000 DM angeschafft und am 22.Januar 1985 in den Dienst gestellt.

 

 

Das überwiegend unbekannte Gerät, die Anforderung an die Träger eines Chemieschutzanzuges und das taktische Vorgehen im Gefahrguteinsatz waren Gründe, die Gefahrstoffabwehr nicht zum Thema der gesamten Feuerwehr Celle zu machen, sondern in einen kleineren Kreis zu übergeben, wie es bereits 1973 mit der Bildung eine Tauchergruppe gemacht wurde.

 

Auf der Gründungsversammlung am 07. Februar 85 erklärten sich zweiundzwanzig Feuerwehrmänner aus dem gesamten Stadtgebiet bereit, die Chemie- und Strahlenschutzgruppe als Sondereinheit der Freiwilligen Feuerwehr Celle Hauptwache durch regelmäßigen Dienstbetrieb mit Leben zu erfüllen. Dieser wurde unter Gruppenführer Dieter Klingberg am 12. Februar 85 aufgenommen und nur vier Wochen später kam die Einheit zu seinem ersten Einsatz.

 Die Chemie- und Strahlenschutzgruppe wurde später in Chemie- und Strahlenschutzzug umbenannt, um der Mannschaftsstärke und dem Ausrüstungsumfang gerecht zu werden.

Die Erfahrungen aus dem Celler Gerätewagen Chemie- und Strahlenschutz nahmen Einfluss auf die Technische Weisung 12 Niedersachsen, GW Gefahrgut, die durch den Zugführer des C + S Zuges Klaus Heisig in seiner Funktion als Feuerwehrtechnischer Beamter am Nds. MI bis 1992 erstellt wurde. Die Doppelaufgabe des Fahrzeuges für Strahlen- und Chemieschutz hatte sich als zu umfangreich herausgestellt. Ebenso sollte auf einen Lichtmast und Stromerzeuger und auf umfangreiche Atemschutzausstattung verzichtet werden, da diese Geräte auf Löschfahrzeugen und Rüstwagen mitgeführt wurden, die mit dem GW G eine taktische Einheit, den Fachzug Gefahrgut bildeten. Ein Fahrzeuggewicht unter 7,5 t wurde so möglich.

 Nicht nur der Gerätewagen Gefahrgut hatte in Celle Premiere. 1992 nahm die erste Frau in Niedersachen an einer Gefahrgutausbildung unter Chemieschutzanzug an der Nds. LFS teil. Sie ist heute noch aktive Angehörige des C+S Zuges Celle.